Boeses altes Debian ;o) (War: Re: [linux-l] grub oder lilo und WinXP? -> jetzt: komplettumstieg auf linux)

Olaf 'Rübezahl' Radicke olaf_rad at gmx.de
Sa Aug 14 08:29:19 CEST 2004


On Saturday 14 August 2004 02:53, Sven 'Rae the Git' Grounsell wrote:
> Thomas Hinsberger <bellerophon2 at gmx.de> wrote:
> > Am Freitag, 13. August 2004 21:10 schrieb Erik Thon:
> > > On Fri, Aug 13, 2004 at 09:01:43PM +0200, Klaus Gerhardt wrote:
> > > Aber die werden dir gnadenlos Debian installieren :-))
> >
> > Echt? Das is aber ein ziemlicher Hammer, Neulingen Debian
> > aufzudrücken... Veraltete Software, sehr Shell-lastig, recht
> > kompliziert zu administrieren... Meint ihr wirklich, dass das für
> > jemanden, der gerade auf Linux umsteigt das richtige ist?
>
> Vor- und Nachteile einer Distribution anzufuehren ist in meinen Augen
> durchaus gut und richtig. Schoen waere es aber, bei den Tatsachen zu
> bleiben.
>
> Richtig ist, dass SuSE eine sehr einsteigerfreundliche Distribution
> ist, die ich selbst auch regelmaessig Neueinsteigern ans Herz
> lege, auch wenn ich selbst meine persoenlichen Vorbehalte ihr
> gegenueber habe.
> Falsch und vorurteilsbehaftet ist Dein Bild ueber Debian.
>
> Wie Erik bereits Schrieb ist Debian genau so, wie du es haben willst -
> shell- oder grafiklastig. Das Problem (zumindest fuer Neulinge) ist
> dabei lediglich, das System erstmal so hinzubekommen, wie man es haben
> will. 

Bedingt. Natürlich ist bei Debian KDE & Co dabei, ABER die
Config-Tool's sind definitiv "Shell-lastig". Und die Config-Tool's
sind es, die der Distri ihr Gesicht gibt.

> Ein Debian anschliessend aktuell halten kann - so wage ich zu 
> behaupten - jeder, der des Schreibens maechtig ist und 2 Befehle auf
> der Shell ausfuehren kann; aber selbst dafuer gibt es auch grafische
> Tools, wenn man es lieber zum Klicken hat.

FRÜHER war apt-get mal ein "Killer-Argument" für Debian. Aber
in Zeiten von yum, rpm-get etc. ist das nichts mehr was noch
eine Erektion verursachen könnte.

> Deinen Kritikpunkt "veraltete Software" ist nur aus einem sehr engen
> Betrachtungswinkel kritikwuerdig, so er denn zutrifft.

Der Betrachtungswinkel wird sehr schnell sehr weit, wenn
du ein 56-K-Modem hast. (ca. 15 Mb/1 h) In den zwei Wochen
die du für das runterladen von KDE brauchst kommt man leicht
in's rotieren und damit auf ein 360° Betrachtungswinkel.

> Diese "alte" Software hat einen ganz entscheidenden Vorteil: Sie ist
> intensiv erprobt und ein Konflikt mit anderer "alter" Software ist um
> so unwahrscheinlicher, je laenger diese Software auf um so mehr
> Systemen friedlich koexistiert hat.

Genau! Deshalb ist Win3.11 auch stabiler als Win2000.
Aber mal im Ernst: Das stimmt so generell nicht. Wenn du
ein veralteten FTP-Server benutzt der keine passive 
Datenübertragung unterstützt, hast du weniger Sicherheit.
OK, wenn man Sicherheit und Stabilität nicht gleich
setzt, dann stimmt die Aussage.

Aber das Hauptproblem bei Debian für Neulinge sehe
ich in der grotten schlechten Vorkonfiguratin. Aber
auch das hat ja zwei Seiten. Einer seits macht ein
Debian-System (überspitzt gesagt) nach der Install
garnichts außer booten und runterfahren. Da sagen die
einen "Prima! Auf mein System passiert nichts wo
von ich nichts weiß." und die andern ärgern sich "warum
muss ich vier mal bei der Installation sagen das ich
die deutsche Sprachumgebung haben will um dann später
per Hand nochmal in ein-zwei Conf-Dateien um zu schrauben?
bevor ich dann mal ein Umlaut sehe?" Ich sach mal: bei
95% der Distris brauchen 99% der User kein Kernel
mehr neu zu bauen. Da funktioniert nach der Install
einfach alles. Bei Debian lernt man in den 6 Monaten
die man als Newbi bracht für die Install, aber dafür
gleich die Unix-Philosophie, alle einschlägigen Hilfe-Foren,
News-Groups, LUG's, Suchmaschinen und Wiki's kennen.
Man hat dann zwar vielleicht kein laufendes System
(das das tut was man eigentlich wollte) aber zu mindestens
hat man was gelernt dabei. 

Mein Tipp:
Vier - fünf Distries installieren. Die nehmen die den
Erwartungen am nächsten kam und weiter machen. Wenn
alles läuft, ein wechselramen mit zweiter Festplatte
kaufen. Und immer wenn einem mal wieder langweilig
ist, (weil alles läuft,) die zweite Platte reinschieben
und Debian oder Slackware installieren. Weil da lernt
man dann immer noch was dazu. Hat man dann wieder genug
vom SM-Linux (Sado-Maso-Linux), schiebt man wieder die andere
Platte rein und freut sich das man nicht drauf angewiesen
ist, alles verstehen zu müssen.

Und nicht vergessen: Wenn ihr vor Wut mit dem großen
Küchenmesser auf der Tastatur rum hackt, IMMER WECK
VOM KÖRPER!!

MfG
Olaf




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