[linux-l] Billig oder Kostengünstig (was: Platte oder Controller am Abrauchen?)

Thomas Knop tknop at maxrelax.de
Mi Mär 10 20:20:47 CET 2004


* Soeren Sonnenburg <linux at nn7.de> [10.03.04 19:14]:
> On Tue, 2004-03-09 at 19:55, Thomas Knop wrote:
> [...]
> > Einmal nen rotz code, wirds so schnell nicht wieder gut. Ich habe einmal
> > Daten aus einem Backup wieder herstellen müssen, ohne das ein HW Defekt
> > oder menschliches Versagen vorlag. Grund: reiserfs.
> 
> Was willst du uns damit sagen ?
Das es unterschiedlicher Herangehensweisen gibt.
> Dass Programme keine Fehler haben ?
Nein.
> Dass die Anzahl der Fehler in der Tendenz nicht abnimmt ?
Fast, aber anders formuliert: Meine Beobachtung sagt mir, dass ein
Programm welches einmal negativ aufgefallen ist dazu tendiert wieder
negativ aufzufallen.
Aktuelles Beispiel: bug in wu-ftpd.

Reiserfs hatte aus Sicht des Kernelinterfaces "workarounds" drin.
Die sorgten u.a. dafür, dass es in Verbindung mit NFS im normalen
Betrieb (keine kernel panic, keine defekte HW ... alles bestens) zu
Datenverlusten kam :-(
Zu dieser Zeit hat SuSE reiserfs gefördert. Ich habe damals mit der
alpha Version(!) von ext3 (die von SuSE nicht standardmäßig angeboten
wurde) meine Workstation ausgestattet und jeden Abend den Netzstecker
gezogen - bei laufendem Kernel-Compile. Ich hatte nie ein Problem.

Unterschied nachvollziehbar?

Zu XFS:
Ich habe es (noch) nicht getestet. Aber man liest in letzter Zeit immer
wieder Gutes. Auch hat XFS viel länger in den Kernel gebraucht. Das ist
für mich ein gutes Zeichen - Glaskugelgeschwätz.

Ich bin mit ext3 rundum zufrieden. Aber ich betreibe unter Linux auch
keine wirklich kritischen Systeme oder Systeme mit einigen TB Storage.
Sowas habe ich z.Z. nur unter Solaris und HP-UX in meiner Hand. Und ich
kann dir versicher, dass es keine Rolle spielt, ob das FS ein Dump, ein
Unformat oder Snapshot beherrscht.

Dump: Abschaffung der Kaffeepause. Es gibt Urlaub.
Unformat: Bitte kaufen Sie eine MS-Lösung.
Snapshot: Entweder auf LVM/Device Ebene oder im Storage Subsystem selbst.

Nun die Frage nach den Kosten: Ich setzte lieber Software ein, von der
ich zumindest glaube, dass sie funktioniert - Erfahrungssache.
Performance spielt dabei immer weniger eine Rolle. Performance kann man
einfacher in Form von Hardware kaufen. Das ist Capex (ich bezahle und 
habe/besitze etwas [Gegenwert]). Wenn ich ein Problem im laufenden Betrieb
habe und dieses lösen muss ist das Opex (ich bezahle für keinen Gegenwert
sondern dafür, dass es wieder normal ist).

Hart aber Herzlich: Der beste Server ist der, den ich einmal aufsetze
und dann nie wieder anfassen muss - bis ein neuerer, schellerer Server
ihn ersetzt. Das am besten deutlich nach der Abschreibungszeit.

Gruß Thomas Knop



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