[linux-l] Re: VCS

Volker Grabsch vog at notjusthosting.com
Mi Apr 5 10:59:35 CEST 2006


On Tue, Apr 04, 2006 at 05:29:25PM +0200, Nico Golde wrote:
> * Volker Grabsch <vog at notjusthosting.com> [2006-04-04 17:19]:
> > Was bevorzugst du denn?
> 
> Mercurial (hg), vorher darcs, vorher svn, vorher cvs.

Interessant. Da meine Geschichte genauso verläuft (cvs -> svn -> darcs)
wäre wohl der nächste Schritt, sich Mercurial anzuschauen. Sieht auf
jeden Fall interessant aus:

    http://www.selenic.com/mercurial

Leider vergleichen sie sich nur mit CVS, d.h. der Ford vergleicht sich
mit dem Trabbi. Daher sind folgende Fragen für mich interessant:

Wieso bevorzugst du Mercurial über Darcs?
Welche Nachteile hat es gegenüber Darcs?

Wie reiht sich Mercurial in die anderen bekannten patchbasierten VCS ein?

> Die Leute, die svn oder cvs benutzen haben entweder keinen 
> Server um Software zu installieren oder sind zu faul sich 
> was neues anzugucken,

Das sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Für jedes
Projekt, an dem man teilnehmen möchte, ne andere Versionskontrolle
nehmen zu müssen, ist auch nicht toll.

Hast du dir eigentlich auch schon GNU arch und Monotone angesehen?
Und Bitkeeper? Wie heißt nochmal das VCS, das derzeit für den Kernel
verwendet wird? Zu faul, was neues zu lernen?

Was ich damit sagen will: Jemand, der sich in Subversion gerade
einarbeitet und vielleicht überhaupt erstmal mit VC-Systemen klarkommen
muss, ist genau das Gegenteil von "lernfaul"!

Außerdem vermute ich, dass versionsbasierte VCS für Anfänger (quasi
"die Masse") leichter handhabbar und leichter zu verstehen sind
als patch-basierte VCS. Zumindest konnte ich Neulinge bisher sehr
viel besser von Subversion als von Darcs begeistern ... obwohl ich
persönlich Darcs lieber mag. :-)
Hat hier noch jemand Erfahrungen damit, Anfänger in VC-Systeme
einzuführen?

Bei Darcs fehlen die schicken anfängerfreundlichen GUI-Clients, vorallem
etwas wie Tortoise (für Windows-Benutzer) fehlt komplett. (Versions-
Kontrollen müssen auch in den ekligen Platformen gut bedienbar sein ;-))
Wie sieht es da mit Mercurial aus?


(BTW, mit "Anfänger" meine ich z.T. sehr gute Programmierer, die aber
eben in Bezug auf VCS noch Anfänger sind ... Anfänger/Profi/Lehrer/Schüler
ist relativ *g*)

> technische Argumente für svn/cvs und 
> z.b. gegen mercurial existieren afaik keine.

Das erinnert mich an eine Diskussion, in jemand eine private Mailingliste
in eine private Newsgroup (mit eigenem Newsserver) umwandeln wollte. Auch
mit der Argumentation "es gibt keine technischen Gegenargumente".

Da Threads & Co. in beiden Systemen vorhanden sind, sogar sehr ähnlich
gelöst sind, und Mailclient/Newsreader recht ähnlich sind, halte ich News
und Mails sogar technisch gleichwertig. Mit geringen Unterschieden, die
erst bei sehr großen Gruppen etwas ausmachen.  (Performance, Cross-
Posts, etc.)

Der Fehler in der Argumentation war offensichtlich: Es gibt keine
technischen Gründe gegen News, aber auch keine dafür. Also kommen
die sozialen Gründe in den Vordergrund. Weil dort die meisten Leute
schon sehr gut auf ihr Mailprogramm eingestimmt sind, und eher weniger
Leute einen Newsreader verwenden, war die Wahl IMHO vernünftig.


Genauso sehe ich es bei Darcs und Mercurial: Für die meisten dürften
die Features von Subversion vollkommen ausreichen. Ein Wechsel zu
z.B. Darcs bringt keine technischen Nachteile, aber für diese Leute
auch keine Vorteile. Und sie hätten die Rennerei mit der Umstellung.

Ich würde daher über die Subversion-Nutzer nicht so pauschal urteilen,
so alt ist Subversion noch nicht, und für diejenigen, die es heute
einsetzen, *ist* es was neues gewesen, und gerade der Beweis, dass sie
eben nicht lernfaul waren. (sonst hätten sie wieder CVS genommen ;-))


Viele Grüße,

    Volker

-- 
Volker Grabsch
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