[linux-l] Wie man backports verwendet

Lutz Willek lutz.willek at belug.de
So Sep 8 13:47:46 CEST 2019


Hallo Georg,

On 08.09.19 10:24, Georg Kamata wrote:
> Hallo Liste,
> [...]
> Nun schauen meine source liste zur Zeit so aus
> [...] > deb http://ftp.debian.org/debianstretch-backports main
> deb-src deb http://ftp.debian.org/debianstretch-backports main

Ersetze die momentane Zeile 18 und 19 in Deiner sources.list durch...

> deb http://deb.debian.org/debian buster-backports main contrib non-free 
> deb-src http://deb.debian.org/debian buster-backports main contrib non-free

...dann klappt es auch mit den Backports. Das wird Dir aber für Dein 
spezielles Problem nicht helfen: Lies weiter.

> Ich versuche unter Debian 10 eg Buster Netactview zu bauen...

Du suchst folgende Software, ja?
http://netactview.sourceforge.net/

> ... und folgendes Packet scheint es nicht mehr unter Buster zu geben.
> libgnome2-dev.

Korrekt. Debian 10, aka. "buster", aka. "stable", kommt mit Gnome 3. Das 
Paket "libgnome2-dev" gibt es daher schlicht nicht mehr. Eine schnelle 
Suche zeigt Dir das auch:
https://packages.debian.org/search?searchon=names&keywords=libgnome2-dev

Kürzer: mit backports wirst Du nicht weit kommen.

Was sind Backpoorts überhaupt?

"Backports" wird ältere Pakete "auf die neue Debian-Version zurück 
portiert"? Nee, nee, genau das Gegenteil der Fall, siehe 
https://backports.debian.org/.
Frei aus dem Englischen von dieser Webseite übersetzt:

> Backports sind Pakete, die aus der nächsten Debian-Version ("testing" genannt) kommen, angepasst und für die Verwendung auf Debian "stable" neu kompiliert wurden.
> [...] In einigen wenigen Fällen, normalerweise für Sicherheitsupdates, werden Backports auch von der Debian-Distribution "unstable" erstellt.

Daher: in "Backports" werden neuere Pakete zurück auf stable portiert, 
und nicht ältere Pakete in die stable Version portiert. Daher wirst Du 
dieses ältere Paket "libgnome2-dev" auch dort nicht finden. Vielleicht 
hilft Dir diese Erklärung ja.


> Weiß jemand rat?

Prinzipiell Ja. Scheinbar ist "Netactview" nur ein einfaches grafisches 
Frontend um Dir offene Netzwerk-Verbindungen anzuzeigen. (Ich selbst 
kenne das Programm nicht, ich habe nur schnell danach gesucht und die 
Beschreibung auf der Webseite überflogen) Scheinbar wird dieses Programm 
nicht mehr weiter entwickelt.

Du könntest einfach eine der zahllosen Alternativen benutzen. Ich selbst 
kenne mich mit grafischen Benutzeroberflächen leider so gar nicht aus, 
daher kann ich Dir leider kein Programm nennen was genau das gleiche tut 
wie "Netactview" und dabei auch noch eine GUI hat. Auf der Kommandozeile 
hast Du jedoch zahlreiche Alternativen. Beispielsweise (nicht einmal 
ansatzweise vollständige Liste, es gibt gefühlt hunderte solche Programme):
(Ich linke auf howto's, nicht auf die Programme selbst)

* https://www.binarytides.com/linux-ss-command/
* 
https://www.exchangecore.com/blog/find-number-active-connections-linux-using-netstat
* https://www.novell.com/coolsolutions/tip/18078.html

Eventuell kann Dir hier auf der Liste jemand ein alternatives grafisches 
Frontend nennen welches auch unter Debian 10 funktioniert und nicht 
wireshark oder ntop heißt. Meiner Meinung nach sind beide schlicht zu 
mächtig für Deinen Anwendungsfall. (Kanonen und Spatzen und so)

Ich habe mir https://wiki.ubuntuusers.de/Netzwerk-Monitoring/ angesehen, 
eventuell ist "etherape" ja genau das was Du suchst:

https://packages.debian.org/search?keywords=etherape

Eine kurze Beschreibung liefert:
https://www.pcwelt.de/ratgeber/Network-Security-Toolkit-Sicherheit-im-Netzwerk-ueberwachen-Live-Security-CD-fuer-Profis-9778709.html


Wie bereits gesagt, ich kenne mich mit grafischen Programmen nicht aus, 
eventuell kann Dir jemand aus der Liste ein besseres grafisches Tool 
nennen um "nur" offene Netzwerkverbindungen anzuzeigen.

Gruß Lutz


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