[linux-l] pest practice für Win + Linux

Susanne susanne.schuetze at belug.de
So Mai 2 10:45:25 CEST 2021


Hallo Gerard und alle anderen,

Ich bin definitiv dagegen Menschen irgendwelche Etiketten zuzuordnen. Als Frau mit Behinderung, ist mir immer gesagt worden, dass ich nicht inteligent genug für die Ausbildung zur Fachinformatikerin sei. Ich hab darüber sogar ein Gutachten. Jetzt mache ich eine Ausbildung zur Fachinformatikerin und bin im Betrieb die zweit beste (nach den Ergebnissen der Zwischenprüfung).

Aber auch meine Erfahrung ist das wenn einige Menschen die Auswahl zwischen etwas neues (zBsp Linux) und etwas altbekanntes (zBsp Windows) haben, im Alltag mal eben zu dem altbekannten greifen und sich nicht so sehr die Mühe machen sich mit dem neuen auseinander zu setzten. Die meisten Menschen wählen das was Ihnen schon bekannt ist, weil das einfacher ist. Das ist auch erstmal micht verkehrt, aber es hilft auch nicht gut dabei das neue zu lernen. Neue Sachen zu lernen ist nicht einfach sondern Aufwand.

Ich merke das gerade bei mir selbst: Ich muss für die Ausbildung gerade Windows lernen und ich trotzdem will ich das Betriebssystem nicht einsetzen. Wenn ich die Wahl hab, nehm ich mein Linux, nicht Windows, dadurch stoße ich aber auf bestimmte Problme und Schweigigkeiten nicht und lerne deswegen viel weniger. Bei alten IHK-Prüfungsaufgaben, die ich zum lernen durchgehe, versage ich bei Windowsfragen regelmäßig, weil mir einfach die tägliche Erfahrung mit Windows fehlt.

Es ist daher nicht immer sinnvoll etwas lernen zu wollen ohne es auch einzusetzen. Aber es ist natürlich für viele Menschen auch schwer sich von dem altbewährten zu verabschieden um sich mit was neuem auseinander zu setzen. Ich denke ein Dualboot macht durch aus Sinn um die ersten Barrieren im Kopf abzubauen. Aber als Helfer ist es sinnvoll diesen Prozess aktiv zu begleiten. Und darauf aufmerksam zu machen das es passieren kann das der Mensch dann aus bequemlichkeit vielleicht doch eher Windows als Linux einsetzen könnte.

Ich denke darum ging es Norman und nicht darum zu sagen das jemand etwas nicht kann oder nicht schaffen kann.

Ich persönlich sehe die Idee ein Home für beide Betriebssysteme eher kritisch. Es ist kein Problem eine gemeinsame Partion einzubinden in beiden Betriebsystemen aber das als Home zu denifinieren ist definitv keine einfache Geschichte, da beide Betriebsysteme unterschiedliche Dateisysteme brauchen. Durch eine gemeinsame Partition ausserhalb von Home ist das viel einfacher umzusetzen. Gerade bei jemanden der neu mit Linux anfangen will, würde ich versuchen auf den einfacheren Weg zu setzen, damit dieser das Setup leichter nachvollziehen kann.

Soweit ist meine Meinung dazu.

Liebe Grüße

Susanne

On 21-05-02 09:45:15, Gerard Bekhuis via linux-l wrote:
> Hallo Norman,
> 
> es tut mir Leid, da möchte ich Dich doch gerne widersprechen.
> Der Mensch ist nicht von Natur aus faul, denn ich bin 71 und lerne jeden
> Tag noch
> etwas dazu.
> Es kommt m.E eher darauf an, welche Interessen jemand hat und welche
> Möglichkeiten
> er oder sie hat die zu verfolgen. Mir ist z.B. im Leben öfters gesagt
> worden, dass ich dies oder
> jenes niemals schaffen werde und es lieber sein lassen sollte.
> Das hat mich dann erst recht angespornt und habe mir dann gesagt " und
> jetzt erst recht".
> Ebenso erlebe ich es in meinen Computer-AG's mit Senioren von 50 bis 87
> dass so manche
> Senior wieder aufgeblüht ist, weil ich ihm oder ihr alle erdenkliche
> Unterstützung gegeben habe
> und durch meine Geduld sie gewinnen konnte weiter zu machen um so auch
> im Alter sich an der
> Digitalisierung heran zu trauen und ihre Vorteile für sich zu Nutzen
> gelernt haben.
> Als Systemischer Familientherapeut in der Suchtarbeit habe ich mich auch
> immer
> wieder daran geärgert, dass Kollegen in ihren Berichten oft schrieben
> dass Suchtkranke
> defizitär seien und damit diesem Menschen in meinen Augen ein Etikett
> aufklebten.
> Sorry dass ich hier so empfindlich bin, aber ich finde es dennoch
> wichtig hier für
> Mitmenschen in die Bresche zu springen.
> Ich weiß aus eigener Erfahrung wie schnell wir dazu neigen anderen ein
> Etikett zu verpassen,
> deshalb ist es so wichtig dass eigene Handeln und denken immer wieder zu
> reflektieren.
> Bezüglich Linux Mint möchte ich gerne noch hinzufügen, dass wenn Linux
> Mint dann bitte
> eher LMDE als Linux Mint Ubuntu, denn LMDE ist stabiler aufgrund von
> Debian, während
> bei Linux Mint kann man immer mal wieder Überraschungen erleben.
> So habe ich früher auch schlechte Erfahrungen mit Ubuntu gemacht,
> weshalb ich vor ca. 16 Jahren
> auf Debian umgestiegen bin.
> Ich arbeite seit ca. 16 Jahren mit Debian und möchte kein anderes Linux
> auf mein Computer,
> auch wenn Debian träge ist, wenn es darum geht Neuerungen einzuführen.
> Dennoch ich kann bis heute mit Debian alles machen was ich mit 71 mit
> dem Computer
> machen will und ich kann mich auf das System verlassen.
> 
> Viele Grüße und einen schönen Sonntag.
> 
> Gérard.
> 
> Am 02.05.21 um 00:21 schrieb Norman Steinbach via linux-l:
> > Hallo,
> >
> > On 01.05.21 21:44, Boris Kirkorowicz via linux-l wrote:
> >> Daher bitte ich um Empfehlungen, welches Setup ab problemärmsten ist:
> >> die Windows-Partition als /home unter Linux zu nutzen, oder das Linux-
> >> /home unter Windows einzubinden? Und falls es noch weitere Möglichkeiten
> >> oder Variationen gibt, bin ich an weiteren Tipps interessiert.
> >> Perspektivisch soll Linux das Hauptsystem werden.
> >
> > Ich habe damals die Erfahrung gemacht, das DualBoot aus genau diesem
> > Grund unpraktisch ist. Am problemärmsten dürfte es sein, unter Linux
> > die NTFS-Partition von Windows einzubinden, aber zugleich will man
> > sein /home nicht unbedingt unter NTFS laufen haben (schon wegen den
> > unterschiedlichen Berechtigungskonzepten usw). Ich weiß nicht, ob es
> > inzwischen unter Windows Treiber gibt, die ext4 Partitionen
> > lesen/schreiben können (was man heute ja nimmt, nicht mehr ext2)?
> > Vielleicht sogar direkt von Microsoft nativ? Die haben ja inzwischen
> > auch ein Linux-Subsystem für Windows, da könnte man das vermuten...
> >
> > Mit DualBoot habe ich die Erfahrung gemacht, dass die
> > "umstiegswilligen" Menschen da doch eher "faul" sind und doch bei dem
> > bleiben, was sie gewöhnt sind, und somit der Umstieg dann doch nicht
> > von statten geht.
> >
> > Ich weiß ja nicht das Benutzungsprofil desjenigen, aber prinzipiell
> > würde ich tatsächlich auch Gérard's Lösung sinnvoll finden: Linux als
> > Hostsystem, und für die seltenen Fälle, wo dann doch mal Windows
> > gebraucht wird, eine VirtualBox o.ä. mit Windows drin (ab 8GB RAM
> > problemlos möglich) Da kann man dann über einen shared-Ordner auch
> > Dateien zwischen dem einen und dem anderen übertragen, und es ist
> > alles recht transparent. Denn eines muss jedem, der umsteigen möchte,
> > klar sein: Die Lernkurve ist vielleicht nicht mehr ganz so steil, wie
> > zu meinem Umstieg von Windows auf Linux im Jahr 2006, aber immer noch
> > deutlich vorhanden! Und da der Mensch von Natur aus faul ist, lernt er
> > nur, wenn er lernen muss. Also für jeden, der nicht die
> > Selbstdisziplin hat, sich zum Lernen zu zwingen, ist es an der Stelle
> > tatsächlich hilfreicher/effektiver, ein funktionierendes Linux
> > vorgesetzt zu bekommen, und dann dieses sofort hauptsächlich zu nutzen
> > (erfahrungsgemäß hat sich hier Mint mit Cinnamon bewährt, weil es
> > schon vieles automatisiert und einen für Windows-Umsteiger leicht
> > erlernbaren Desktop hat, aber natürlich ist es Geschmackssache, in
> > welcher Distro-/Desktop-Welt man leben will, irgendwas mit KDE geht
> > genauso). Einen Ansprechpartner für kleine Zwischenfragen zu haben ist
> > hilfreich, aber ideal ist es natürlich, wenn der Ansprechpartner dem
> > Lernwilligen auch gleich die richtige Methode der Findung passender
> > Suchbegriffe für eine Websuche, welche diese Fragen beantwortet,
> > beibringt, so dass das perspektivisch zur Hilfe zur Selbsthilfe wird.
> >
> > Das sind soweit erst mal meine Gedanken dazu.
> >
> > Viele Grüße,
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